Angeln in Kuba- Die Meeresangelei auf Cayo Santa Maria Teil 2

Hi Freunde,

Im zweiten Teil unseres Winter- Spinnangeltrips nach Kuba erfahrt ihr ein wenig mehr über die dortige Art der Angelei und bekommt Hintergrundinfos, falls ihr selber mal dorthin fahren möchtet.

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Leo mit Cubera Snapper auf Sicht gefangen.

Anfang Januar ging es nochmal richtig ab. Auffällig viele Cubera Snapper in teils beachtlichen Größen waren zu dieser Zeit vor Ort. Fast jeder von uns hat in dieser Zeit Kontakt herstellen können zu diesen brutalen Kämpfern. Klassischerweise beangelt man diese ja häufig mit einem Popper, aber diesen Winter haben sie sich wirklich alles reingepfiffen, was wir am Vorfach hatten. Von kleinen Federjigs, Speedjigs, und Stickbaits, bis hin zu kleinen Schleppwobblern, und eben den guten alten Poppern.

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Samuel kurz vor der Landung eines schönen Cubera Snappers auf Federjig.

Leider gingen viele Fische verloren, weil das Gerät nicht darauf ausgelegt war. Wenn wir es dann gezielt versuchten, ging oft gerade an diesem Tag nix. Naja, so ist das halt. Dennoch konnten viele schöne Cuberas über 10 Kg verhaftet werden. Oft konnten wir sie in 10 Metern Tiefe am Grund stehen sehen, bevor sie in Nullkommanix nach oben geschossen sind, um sich in spektakulärer Manier auf unseren Köder zu stürzen. Ein unglaublicher Anblick. Den größten und heftigsten Biss hatte unser Pechvogel Manu aus Potsdam zu beklagen. Hätte dieser Brocken doch sicher die 30 Kg Marke gesprengt nach Aussage von unserem Guide. Oft kamen die roten Ungeheuer in Zweier- und Dreierpacks hinter dem Köder hergelaufen, bevor dann einer von ihnen zuschnappte. Auch im Drill wurde dieser eine dann oft von seinen Artgenossen begleitet. Im nächsten Jahr werden wir auf diese Angelei unser Hauptaugenmerk setzen.

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Schöner Snook– An diesem Tag waren sie voll da. Ansonsten sind es eher seltene Gäste in Cayo Santa Maria

Das Angeln auf Tarpon haben wir ein bisschen schleifen lassen. Die meisten von uns, die noch keinen Tarpon gefangen haben in ihrem Leben, waren nach dem ersten gefangenen Fisch erstmal geheilt. So hat jeder nur einen Tarpon ins Boot geholt für das obligatorische Erinnerungsfoto und dann kaum noch gezielt darauf gefischt. Monstertarpon sind um diese Jahreszeit eh nicht zu erwarten (die Fischgrößen im Winter reichen unserer Meinung nach völlig) und außerdem haben sie, sobald sie aus dem Wasser sind eh nur noch eins im Sinn: Uns ordentlich vollzuschleimen und vollzusch…en. Das machen sie immer so und um unserer Haushälterin nicht jeden Tag einen Berg verschmutzter Wäsche bringen zu müssen, haben wir nach einem Foto alle auf weiteren Tarpon- Körperkontakt verzichtet. Ja, es ist sogar ein running gag geworden, dass wir die Tarpon Plätze irgendwann bewusst gemieden haben und zur Verwunderung unseres Guides, immer, wenn die silbernen Riesenheringe aufgetaucht sind, Reißaus genommen haben. Das ging dann meistens so ab: „Oh Gott da vorne sind Tarpon. Ahhhh… Schnell weg hier“. Da wir eine möglichst große Palette an verschiedener Fischarten abgreifen wollten, war dies nicht weiter verwunderlich, denn so ein Drill mit einem Silberkönig kann sich schon mal etwas hinziehen. Dennoch war es natürlich für jeden Kuba-Neuling Pflicht einen davon zu fangen und das hat auch wirklich jeder geschafft.
Beim Angeln auf Permit scheiden sich die Geister. Natürlich ist dieser Fisch einer der begehrtesten Zielfische eines jeden Fliegenanglers, dennoch kann man auch guten Gewissens auch mal einen mit der Spinnrute verhauen. Ich hatte dieses Jahr einen kleineren Palometa (so heißen sie in Kuba) mit der Fliege gefangen, aber muss sagen: Mein Ding ist und bleibt auch erstmal das Spinnfischen mit der Stationärrolle. Irgendwann greife ich dieses Thema vielleicht mal auf, doch im Moment war mir die teure Angelzeit einfach zu schade, um da weiter zu machen. Auch wenn die echten Fliegenfischer für uns nur ein müdes Lächeln übrig haben, so stehe ich weiter mit hoch erhobenem Haupt mit meiner, in ihren Augen „Plumpskombo“, auf dem Boot und werfe dafür 4 mal so weit. Ähhtsch…

 

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Barakudas beißen eigentlich immer- Die Frage ist nur, ob man immer ein Stahlvorfach montiert hat.

Jedenfalls haben wir einen Haufen Permits auf Federjigs fangen können und die Kampfkraft dieser Tiere macht deutlich, warum so viele Fliegenfischer hinter diesen Teilen her sind und deswegen um die halbe Welt fahren. Sie machen Fluchten, rasend schnell und ausdauernd, das einem schwindlig wird.
Trotzdem natürlich einen Riesenrespekt an die fly only Angler. Gerade bei dem Wind, der im Winter hier vorherrscht, haben sie es oft nicht leicht. Manchmal denke ich sogar an sich selbst auferlegten Masochismus, wenn wir mit zwei Anglern im Doppeldrill neben ihnen im Boot stehen und die Jungs einfach nicht an den Fisch kommen. Aber das ist das Schöne am Angeln: Jeder macht es so, wie er will- und manche machen es sogar noch verrückter. Wenn ich überlege, was wir für Vollprofis an den All Inclusive Stränden gesehen haben (Spinner hinter Sargblei an Sbirolino vor 100 Kg Stahlvorfach, geworfen mit Forellenrute und Kapselrolle- Aber Hauptsache es macht Spaß und die Leute haben ihre Freunde im Urlaub)
Also Leute, bald kommt der dritte und vorerst letzte Teil unsere Kuba Salzwasser-Reports. Dann geht es noch ein, zweimal um die Schwarzbarsche und dann kommen auch wieder mehr einheimische Themen an die Reihe hier im Blog.

P.S.: wer auch mal in diesem grandiosen Revier fischen möchte, der kann mich natürlich gerne kontaktieren unter: dw@wft-products.com oder bei facebook. Dort kriegt ihr alle Infos von mir!

Es gibt vor Ort sehr gute Hotels, oder man wohnt einfach am Festland in Caibarien und fährt dann jeden Morgen mit dem Taxi auf das Cayo. Allerdings lohnt es sich ein Komplettpaket zu buchen (Angelei plus Hotel). Dann ist der Transfer zur Marina Las Brujas mit drin und man kann essen und trinken soviel man will und morgens länger ausschlafen. Preislich spart man nicht allzu viel, wenn man die „Festlandvariante“ nutzt. Man muss halt wissen, ob man eher in einem „extrem authentischen“ kubanischen Fischerdorf leben, oder in einem abgeschotteten Touristendomizil wohnen möchte.

 

Als letztes Foto seht ihr nochmal meinen größten Permit aus diesem Winter. Aber glaubt mir: Die werden hier locker doppelt so groß.

Viele Grüße: Euer David

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